Des Wiedehopfs neue Freunde
Um die Wiederansiedelung des vom Aussterben bedrohten Vogels kümmert sich der Verein „Wagram pur“, Preisträger beim Schöffel-Preis für Verdienste um den Schutz der heimischen Natur.

Die Ordnung macht dem Wiedehopf ganz schön zu schaffen. Morsche, hohle Bäume: gefällt und abtransportiert. Haufen von alten Weinstöcken: weggeräumt. Schön und gut, Ordnung muss sein. Aber wo soll der Vogel jetzt nisten? Wo soll er eine ruhige, kuschelige, geschützte Höhle finden? Wolfgang Pegler erkannte die Sorgen des Wiedehopfs und schritt zur Tat. Er initiierte ein Projekt, das den Wiedehopfen am Wagram das Leben wieder lebenswert macht. Selbst in der Region aufgewachsen – Wolfgang Pegler kommt aus Stetteldorf –, beobachtete er einige der in Österreich vom Aussterben bedrohten Vögel mit der lustigen, schwarz-weiß gemusterten Federhaube am Kopf und den ebenso gestreiften Flügelspitzen. Und überlegte sich, was zu tun sei, um ihren Bestand zu sichern.
„Einige Zufälle spielten am Beginn des Wiedehopf-Projekts mit“, erinnert sich Wolfgang Pegler zurück. Wie etwa die Fachzeitschrift für Ornithologie, die ihm in die Hände fiel und von einem Wiedehopf-Projekt in Deutschland erzählte. Er nahm Kontakt zum Biologen Christian Stange, dem Leiter des dortigen Projekts, auf und sammelte alle Informationen, die er kriegen konnte. Etwa zur gleichen Zeit lernte Wolfgang Pegler, der Zufall mischte wieder mit, den passionierten Naturfotografen Josef Stefan kennen. „Er hatte bereits tolle Fotos von Wiedehopfen gemacht, allerdings in Ungarn.“ Und war sofort Feuer und Flamme für das Wiederansiedeln der charakteristischen Vögel am Wagram.
Unter dem Dach des gemeinnützigen Vereins „Wagram pur“ begannen 2004 die Arbeiten am Wiedehopf-Projekt. Die bestanden zuerst einmal darin, Mitstreiter zu finden. Und man wurde fündig, etwa im Verein für Tourismus- und Regionalentwicklung der Region Wagram. „Wir verteilten Informationsblätter in der Region, zum Beispiel in Wirtshäusern“, erzählt Wolfgang Pegler, „mit dem Ziel, den Wiedehopf als Qualitätsmerkmal der Region zu etablieren.“ Im Zuge dieser Aufklärungsarbeit meldete sich auch ein Tischler. Manfred Eckenfellner, ab diesem Zeitpunkt der Dritte im Bunde. Und dank seines handwerklichen Könnens ein umso wichtigeres Teammitglied. Denn er fertigte die Nistkästen für die Wiedehopfe an. Die braucht es, um die Vögel zum Bleiben zu überreden …

Von Ursel Nendzig




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