Die Schattenseiten des Lichts
Im Internationalen Jahr der Astronomie machen Himmelsbeobachter auf das Phänomen der Lichtverschmutzung aufmerksam. Denn der maßlose Einsatz von Kunstlicht hat so seine Schattenseiten.

Spätestens seit Erfindung der elektrischen Glühbirne steht künstliche Beleuchtung für Fortschritt, Wohlstand und Komfort. Und es scheint: Je heller die Städte nachts erstrahlen, desto besser – Straßenlaternen und Autoscheinwerfer erhöhen die Sicherheit, Lichtinstallationen sorgen für Aufmerksamkeit, Leuchtschilder und Neonreklamen für urbanes Flair. Dabei strahlen die zahllosen Lampen, Leuchten und Laternen einen Teil ihres Lichts auch Richtung Himmel ab. Die nächtlichen Lichtglocken über den Städten werden immer heller und größer – und das hat unerwartete Auswirkungen. Die Irrlichter der Großstadt fordern ihren Tribut. Ein besonders gutes schlechtes Beispiel sind „Skybeamer“, extrem starke Scheinwerfer, die immer wieder bei größeren Veranstaltungen zum Einsatz kommen und deren Lichtkegel werbewirksam in den Nachthimmel gerichtet werden – mit fatalen Folgen. „In Deutschland wurden mehrfach Zwischenfälle mit Zugvögeln beobachtet“, so Thomas Posch von der Wiener Universitätssternwarte. Der Astronom beschäftigt sich seit langem mit dem Thema Lichtverschmutzung. „So wurden Kraniche auf ihrem Weg nach Süden von Skybeamern angelockt und flogen – vom Lichtkegel gebannt – stundenlang orientierungslos im Kreis. Die Störung der natürlichen Lichtverhältnisse bedeutet für viele Tiere extremen Stress – bis hin zum Tod.“ …

Von Ivo Filatsch






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