Das Klassenzimmer im Schnee
Die junge Naturvermittlungseinrichtung der „Waldpädagogik“ hat sich in Österreich sehr erfolgreich etabliert: Wie man rund ums Jahr vom Wald, im Wald und über den Wald lernt.

Am Ende einer seiner Waldpädagogik-Führungen hört Clemens Endlicher regelmäßig Sätze wie „Das war mein allerschönster Schultag“ oder „Darf ich wieder kommen?“. Dann freut sich der Forstwirt, der im Biosphärenpark Wienerwald für die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, und weiß, dass es Wirkung hat, wenn man auf Kinder und Jugendliche eingeht. „Es geht um das Öffnen der Augen“, sagt Endlicher. Um das Öffnen der Augen für den Lebens- und Erholungsraum Wald, für seine Tiere und Pflanzen, für die Abfolge der Jahreszeiten im Wald, für seine nachhaltige Bewirtschaftung, seinen Schutz und seine Schutzwirkung. Damit sind die Ziele der Waldpädagogik beschrieben, die auf Umwegen über Deutschland und die Schweiz seit den 1990er Jahren in Österreich Einzug gehalten hat und hier auf äußerst fruchtbaren Boden gefallen ist. Oder, wie es Fritz Wolf, Lehrer und Verantwortlicher für Waldpädagogik an der forstlichen Ausbildungsstätte Ort in Gmunden, formuliert: „Wir haben unser Kind, die Waldpädagogik, sehr gerne. Sie ist eine große Erfolgsstory.“ Wolf war in Österreich einer der Pioniere auf seinem Gebiet. Gemeinsam mit einem Kollegen gründete er 1994 die erste Waldschule. Das einwöchige Seminar „Waldpädagogik für Forstleute“ legte damals in Gmunden den Grundstein für die seit 2002 existierende Ausbildung zum zertifizierten Waldpädagogen. „In der Zwischenzeit wird aus dem Ausland auf Österreich geschaut, weil die Waldpädagogik sich hier so gut entwickelt hat“, erklärt Fritz Wolf voller Stolz …

Von Julia Kospach


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