Die Erde bebt, die Erde lebt
Das schwere Erdbeben in Haiti hat daran erinnert, wie aktiv und instabil unser Planet ist. Satellitenaufnahmen bieten dabei einen wertvollen Überblick: sie zeigen die Situation in den betroffenen Gebieten und vermitteln den Helfern wichtige Informationen.

Der Vergleich mit früheren Aufnahmen zeigt die Folgen des Erdbebens: die Fotos geben Aufschluss über Ort und Ausmaß der verheerenden Schäden in den Städten, im Straßennetz und am Land. Anhand dieser Informationen können Hilfsorganisationen und Entscheidungsträger ihre Maßnahmen besser planen. Satellitenradar und GPS-Daten verraten, wie sich die tektonischen Platten im Zuge des Bebens bewegt haben und wo genau gefährdete Bruchzonen in der Erdkruste verlaufen. Diese Informationen dienen auch dazu, bessere Vorhersagemodelle für künftige Erdbeben zu entwickeln. Wegen der besonders heiklen geologischen Situation im Untergrund um Haiti hatten Forscher dort schon seit längerem einen schweren Erdstoß erwartet. In entlegenen Regionen der Erde bieten Satelliten Wissenschaftlern vielfach die einzige Möglichkeit, sich einen umfassenden Eindruck von Naturkatastrophen zu verschaffen. Aber die künstlichen Trabanten haben noch ganz andere Fähigkeiten. Der Start des sowjetischen „Sputnik- 1“ am 4. Oktober 1957 markiert nicht nur den Beginn des Satellitenzeitalters, sondern zugleich eine technische und wissenschaftliche Revolution von ungeahnten Ausmaßen …

Von Ivo Filatsch


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