Das erste Mal ist für die meisten Eltern eine mittelschwere Katastrophe: Das Kind ist krank! Das Fieberthermometer zeigt 39,5 Grad Celsius. Der Winzling fühlt sich erbärmlich, liegt matt im Bett, mit glühender Stirn, hat null Appetit und Durst. Zudem ist das kleine Häufchen Elend meist noch nicht mal in der Lage, seine Beschwerden zu lokalisieren, geschweige denn zu beschreiben. Eine absolute Stresssituation für die Erwachsenen. Was fehlt dem Kind nur? Grippe, Windpocken oder gar etwas Schlimmeres? Hilflosigkeit macht sich breit! Wer sieht sein Kind schon gerne leiden. Kinderarzt oder nicht? Oder gleich ins Krankenhaus? Ruhig Blut! Meist ist gar nichts Dramatisches los. Das Kind macht nur einen der wichtigsten Lernprozesse seines Lebens durch. „Fieber ist immer ein Zeichen dafür, dass sich der Körper gegen Eindringlinge – meist gegen Viren und Bakterien – zur Wehr setzt“, erläutert Peter Voitl. „Mit jedem neuen Fremdkörper lernt unser Immunsystem, sich immer besser gegen Krankheitserreger zu wappnen.“ Und das ist gut so: So macht unser Organismus sukzessive Bekanntschaft mit Fremdkörpern, speichert diese in der „internen Festplatte“ und kann sie beim nächsten Angriff sofort und gezielt bekämpfen beziehungsweise auch harmlose Eindringlinge von Krankheitserregern unterscheiden …
Von Eva-Maria Gruber